Steuerberater Torben von Slupetzki
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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 15.07.2020

Missglückte Blondierung - 5.000 Euro Schmerzensgeld für verätzte Kopfhaut

Das Oberlandesgericht Köln entschied, dass bei einer unsachgemäß ausgeführten Friseurbehandlung und dadurch verursachten Verletzungen der geschädigten Person ein Schmerzensgeld und Schadensersatz zustehen kann (Az. 20 U 287/19).

Im vorliegenden Fall ließ sich die Klägerin im Friseursalon des Beklagten blonde Haarsträhnen färben. Die Blondierung blieb viel zu lange im Haar der Klägerin, was zu schweren Verätzungen der Kopfhaut führte. Die Folge waren Verbrennungen ersten und zweiten Grades. Darauf folgte eine monatelange Schmerz- und Infektionsbehandlung mit verschiedenen Medikamenten. Auf einer Fläche von ca. 3 × 5 cm im Bereich des Hinterkopfes der Klägerin wächst kein Haar mehr. Zur Entschädigung wurde der Klägerin zunächst lediglich einen Friseurgutschein angeboten. Das Landgericht Köln hatte der Klägerin das Schmerzensgeld auf 4.000 Euro festgesetzt und den Beklagten verpflichtet, im Falle weiterer durch die Verletzung eintretender Schäden diese zu ersetzen.

Das OLG Köln hat auf die Berufung der Klägerin das Schmerzensgeld um 1.000 Euro erhöht. Ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro sei auch im Verhältnis zu anderen vergleichbar gelagerten Sachverhalten angemessen, wenn man die erheblichen Folgen der Blondierung mit zahlreichen Arztbesuchen und erheblichen Beeinträchtigungen, insbesondere Schmerzen, einer bakteriellen Infektion und einer mehrwöchigen regelmäßigen Einnahme von Schmerzmitteln, Antibiotika und Kortikoiden und den Dauerschaden am Hinterkopf der Klägerin berücksichtige.

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